Freundeskreis Landesgartenschau beschließt für 2028 Ausrichtung eines „LGS-Revivals“ auf dem LGS-Gelände

Es war in Anbetracht der Länge der Tagesordnung sehr gut besuchte und kurzweilige Jahreshauptversammlung, die sich den Mitgliedern und Gästen des Freundeskreises, am vergangenen Mittwochabend im Weingut an der Steige in Mailheim bot. Dafür sorgten nicht nur prominente Teilnehmer: Neben dem Geschäftsführer der LGS GmbH, Rüdiger Eckhard und dem 1. Bürgermeister Jürgen Heckel (beide kooptierte Mitglieder des Vorstands qua Amt) waren auch der 3. Bürgermeister Ronald Reichenberg und alle Bürgermeisterkandidaten (ebenfalls allesamt Mitglieder des Freundeskreises) vertreten.

Neben dem Vorstands- und Kassenbericht inkl. dem Haushaltsplan für 2026, der Entlastung des Vorstands sowie der Wahl der Kassenprüfer für das laufende Jahr stand auch die Nachwahl einer Schriftführerin auf der Tagesordnung. Die bisherige Schriftführerin hatte aus beruflichen Gründen ihren Rücktritt erklärt. Aus der Versammlung wurde die Versammlungsschriftführerin Susanne Thürauf, den Bad Windsheimern wohl bekannt als ehemalige langjährige Leiterin der Friedhofsverwaltung, vorgeschlagen. Sie wurde von den 35 stimmberechtigten Anwesenden einstimmig gewählt und nahm die Wahl gerne an.

Im Rahmen seines Rechenschaftsberichts richtete der Vorsitzende, Ludger Brake, seinen Blick nicht nur auf die aktuellen Aktivitäten des Vereins, sondern weit in die Zukunft – genau gesagt ins Jahr 2028. Seinem Vorschlag folgend beschloss nämlich die Mitgliederversammlung, direkt im Jahr 2028 beginnend jedes Jahr an einem noch zu bestimmenden Sommer-Wochenende ein „LGS-Revival“ zu organisieren. Brake: „Das ist unser dauerhaftes Geschenk an die Bürgerinnen und Bürger von Bad Windsheim und der Region.“ Dazu möchte sich der Verein mit allen daran interessierten anderen Vereinen und Organisationen vernetzen.

Auf diese Weise soll die Erinnerung an das Gemeinschaft stiftende Erlebnis des Jahres 2027, das – wie es in der Werbung der Bayerischen Landesgartenschau Bad Windsheim 2027 GmbH heißt – „heilsamste Fest“ des Jahres 2027 wachgehalten werden. Die Planungen für dieses Fest sollen bereits in der zweiten Hälfte dieses Jahres anlaufen. Vereine und Organisationen, die dieses Vorhaben des Freundeskreises unterstützen wollen, werden gebeten, sich direkt unter ludger.brake@freunde-lgs-bw an den Vorsitzenden des Freundeskreises zu wenden. Der Grund für den frühen Planungsbeginn: Im Jahr der LGS selbst werden womöglich der Freundeskreis selbst als auch viele andere Vereine und Organisationen in ihren Kapazitäten so für die LGS gebunden sein, dass die Umsetzung einer erst dann beginnenden Planung womöglich nicht mehr realisierbar wäre. Durch den Beginn der Planungen bereits in der zweiten Hälfte dieses Jahres könne man dagegen das Vorhaben ganz entspannt angehen, so Brake, der sich davon überzeugt zeigte, dass es für dieses Vorhaben große Zustimmung geben werde.

Einen weiteren interessanten Gedanken mit Blick auf das Ende der Landesgartenschau präsentierte Brake in seinem Vortrag: Es ist bekannt, dass auf dem Gelände des Landschaftspark ca. 200 Leihbäume und -Hainbuchenhecken als Sichtschutz gepflanzt werden, die die LGS Bad Windsheim von der LGS in Furth im Wald übernommen hat. Diese Bäume und hecken werden nach Abschluss der LGS Bad Windsheim ausgegraben und zur LGS Donauwörth 2028 dort wieder eingepflanzt. In dem Wissen um diesen Sachverhalt, sei es doch sinnvoll, so Brake, sich rechtzeitig unter Einbeziehung der Anlieger und anderer Beteiligter mit der Frage zu befassen, ob die leeren Pflanzlöcher nicht gleich wieder mit Bäumen und Hecken bepflanzt werden sollten. Die Bedingung dafür sei natürlich neben der Zustimmung der Anlieger eine aus gesamtplanerischer Sicht positive Bewertung dieser Idee. Es mache wenig Sinn, die Pflanzlöcher erst wieder zuzuschütten und dann erst im zweiten Schritt zu überlegen, was man danach mit der freigeräumten Fläche machen wolle.

In seinem Rechenschaftsbericht zeigte Brake des Weiteren auf, wie sehr der Verein bereits in seinem Gründungsjahr – parallel zum Aufbau arbeitsfähiger und nachhaltiger Vereinsstrukturen – die LGS unterstützt habe. Seit seiner Gründung am 29. Januar 2025 unterstützte der Verein die LGS allein im abgelaufenen Jahr bei insgesamt 26 Veranstaltungen und Aktionen von der Unterstützung bei den monatlichen LGS-Führungen bis hin zum Scheinfelder Holztag. Dieses außerordentlich große Engagement wurde erst kürzlich von der „Inspiration“ mit dem Titel „Das Rückgrat der Landesgartenschau“ gewürdigt. „Darauf können wir mit unseren inzwischen 126 Mitgliedern ein wenig stolz sein!“ meinte Brake.

Auch die jeden ersten Donnerstag im Monat am Kornmarkt stattfindenden LGS-Stammtische erfreuen sich wachsender Beliebtheit, nicht nur bei Mitgliedern. Nächster Stammtisch am 5. März, 17 Uhr, am Kornmarkt. Neben diesem bereits etablierten Stammtisch in Bad Windsheim „Downtown“ soll es demnächst im zweiwöchentlichen Wechsel mit dem ortsfesten Stammtisch einen „LGS-Stammtisch on Tour“ geben. Damit will der Verein das Thema „LGS“ auch in die Ortsteile Bad Windsheims und in die umliegenden Gemeinden hinaustragen, um auf diese Weise auch dort die Begeisterung für die LGS zu fördern. Dies entspräche dem Auftrag und Selbstverständnis des Vereins als „Botschafter der Landesgartenschau“.

Im Ausblick auf das laufende Jahr präsentierte der Vorstand anschließend drei bereits initiierte „Bürger-Projekte“. Über eines davon wurde bereits berichtet: Es handelt sich um das Gemeinschaftsprojekt SPÜR:SINN mit der Kulturinitiative Bad Windsheim. Durch dieses Projekt mit einem Finanzierungsvolumen von gut 71.000 Euro wird die Altstadt von Norden nach Süden und von Westen nach Osten barrierefrei in die Themen „Heilung, Nachhaltigkeit, Ökologie und Gesellschaft“ der LGS einbezogen. Mit bildender und darstellender Kunst soll so die Altstadt zur Kunstbühne werden.

Besonders, um dieses Projekt finanzieren zu können, würde sich der Verein über eine große Beteiligung der Bevölkerung am Benefizkonzert des Heeresmusikkorps am 17. März, um 19:30 Uhr (Einlass ab 18:45 Uhr), im KKC freuen. Platzkarten gibt es im Vorverkauf für 20 Euro in der Buchhandlung Dorn, Kegetstraße 2 und für 23 Euro an der Abendkasse.

Als weiteres Projekt stellt Brake, dieses Mal in seiner Rolle als Projektleiter, vor: das Gemeinschaftsprojekt „Kipp-Nistkästen für den Kurpark“ von Freundeskreis, Mittelschule Bad Windsheim und Steigerwaldklub e.V. vor. Bei den Kipp-Nistkästen handelt es sich um eine besonders leicht zu reinigende Form von Nisthilfen für Höhlenbrüter, die sich außerdem durch einen sehr wirksamen Nesträuber-Schutz auszeichnen. Projekt-Kickoff ist am 3. März, um 10 Uhr, in der Mittelschule. Für Umsetzung dieses Projekts stellt der Freundeskreis nicht nur finanzielle Mittel in Höhe von insgesamt 1.000 Euro bereit, sondern unterstützt auch ehrenamtlich die Lehrkräfte im Technik-Unterricht. Der aktuelle Zeitplan sieht vor, dass die insgesamt 33 Kipp-Nistkästen noch im März im nördlichen Teil des Kurparks angebracht werden.

Zum Abschluss präsentierte die stellvertretende Vorsitzende Christa Maurer ein weiteres Gemeinschaftsprojekt mit Schulen. Beginnend mit der Grundschule Ipsheim als Pilotprojekt werden im Rahmen dieses Projekts Schülerinnen und Schüler der Grundschule ihre kleinen Kunstobjekte für die LGS töpfern. Der Grundgedanke dahinter: Kinder und ihre Familien für die LGS begeistern. Familien werden als wichtige Klientel der LGS wahrgenommen. Die LGS als Familienfest.

Im Rahmen der Aussprache gab es noch einige weitere Ideen, die auf großes Interesse bei den Mitgliedern stießen.

Nach dem Go Live seiner Homepage im Herbst letzten Jahres, ist der Verein seit kurzem auch auf facebook und instagram in einer offenen Gruppe „Freundeskreis Landesgartenschau Bad Windsheim e.V.“ aktiv. Dort haben sich ihm binnen vier Wochen inzwischen mehr als 250 Mitglieder angeschlossen, um die LGS unter allen Aspekten zu würdigen. Aktuell steht dabei natürlich der Fortschritt der Baumaßnahmen im Vordergrund.

Zum Abschluss stieß ein Produkt der Streuobstaktion des letzten Herbstes auf großes Interesse der Mitglieder: der Bad Windsheimer „Kurpark-Zwetschgenbrand“ in limitierter und durchnummerierter Auflage exklusiv für Mitglieder und Freunde. Nach dem sehr schmackhaften, anlässlich der Eröffnung der barrierefreien Spuren in der Altstadt präsentierten „Kurpark-Apfelsaft“, konnte auch dieser Brand aus hochreifen, handverlesenen Früchten der „Großlage Kurpark“ – wie der Vorsitzende mit einem Augenzwinkern ergänzte – geschmacklich überzeugen, so jedenfalls die Meinung von Vorstand und an dieser Aktion unter der Leitung des Schatz- und „Brand“-Meisters Detlef Hartmann beteiligten Mitglieder. Noch zum Verkaufsauftakt am gleichen Abend gingen insgesamt 40 Bestellungen ein.

Fazit des Abends: Hier wächst ein Verein über sich hinaus. Sehr unterhaltsam, sehr engagiert, sehr heilsam – kurz: LGS pur!

Kurpark Zwetschgenbrand Falschenetikett Vorderseite
Kurpark Zwetschgenbrand Falschenetikett Rückseite